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Wir wollen jetzt vorankommen

Innenminister Joachim Herrmann
(CSU) hatte Grund zur Freude: Musste er bei
seinem ersten Besuch in Töging vor sieben
Jahren noch über die A94-Trassen-Klagen
räsonieren, konnte er nach dem Verwaltungsgerichts-Urteil
diese Woche vom Loslegen der Planierraupen berichten
- auch wenn für den Weiterbau in den nächsten
Jahren "mehr Geld aus Berlin" gebraucht
werde.
Töging - 2001 war
Herrmann als hierzulande weitgehend unbekannter,
stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion
im Wahlkampf aufgetreten. Der in München
geborene Wahlfranke Herrmann kam jetzt als Innenminister
nach dem Nockherberg-Derblecken am Donnerstag
zur "Erholung" in den nahezu vollbesetzten
Springer-Saal.
Dort gab es Zahlen statt Zoten: Nur mehr 5,3
Prozent Arbeitslose im Januar in Bayern oder
100000 Arbeitslose weniger als noch vor zwei
Jahren, die Herrmann zufolge "wissen, wo
der Aufschwung angekommen ist". Der wirtschaftliche
Erfolg zeige sich auch an der vergleichsweise
geringen Zahl an Sozialhilfe-Empfängern.
"Es gibt weniger Armut als in anderen Ländern",
so Herrmann. Der Innenminister sieht dies auch
als Folge einer "zukunftsorientierten Entwicklung"
in allen Teilen Bayerns und nicht nur in den
Metropolregionen.
Dank der mehrheitlich "ehrlichen Steuerzahler"
sei der bayerische Haushalt ausgeglichen. Bayern
könne wieder mehr in die Verkehrsinfrastruktur
investieren. Angesichts eines bevorstehenden
Baus des Brenner-Basis-Tunnels und dem erhöhten
Verkehrsaufkommen seien Verzögerungen bei
der Elektrifizierung der Bahnstrecke "nicht
akzeptabel". Mittel dafür sollten
jetzt in Brüssel beantragt werden. "Wir
wollen jetzt voran kommen", sagte Herrmann.
Weitere Investitionen hält Herrmann auch
bei Bildung und Ausbildung für angebracht
- angefangen bei einer Erhöhung des Kindergeldes
"von Zeit zu Zeit", wie für 2009
vorgesehen. Kindergeld-Erhöhungen sollten
dabei nicht gegen Kinderkrippen ausgespielt
werden.
In punkto Bildung setzt Herrmann in einem "vielgliedrigen
Schulsystem" auf "Fordern und Fördern",
aber nicht auf eine Diskussion zum Thema Überforderung
von Schülern. Schließlich habe Herrmann
zufolge Bildung etwas mit "einem gewissen
Niveau" zu tun.
Die Forderung nach türkischen Hochschulen
in Deutschland, die Aufhebung des Kopftuchverbotes
an türkischen Universitäten - Innenminister
Herrmann macht hier "ganz offenkundig stärkere
Islamisierungs-Tendenzen" aus. Dazu kämen
jährlich 20- bis 30000 Zwangsverheiratungen.
"Da dürfen wir nicht wegschauen",
sagte Herrmann, verbunden mit dem Hinweis, in
Deutschland gelte das Grundgesetz und nicht
die Scharia. Dies müsse "jedermann
klar und deutlich" sein. "Wir brauchen
den Dialog mit friedlichen und toleranten Moslems",
so Herrmann.
Bayern ist Herrmann zufolge das "sicherste
Bundesland". Prävention helfe bei
vielen Jugendlichen, "aber nicht bei allen",
so Herrmann, der härtere Strafen in solchen
Fällen auch als Maßnahme zum Schutz
der Bürger vor weiteren Gewalttaten wertet.
Herrmanns Hinweis: Zwar gebe es keine Zunahme
bei der Gesamtzahl der Jugend-Delikte, wohl
aber mehr Gewalttaten.
Herrmann sagte zum Töginger Wahlkampf:
"Ich bin von der Persönlichkeit Windhorsts
überzeugt." Windhorst habe "einfach
das Zeug dazu, als Bürgermeister neue Aufgaben
anzupacken". Herrmann sagte, er hoffe in
Zukunft auf eine "noch engere Zusammenarbeit"
mit Windhorst.
CSU-Bürgermeister-Kandidat Dr. Tobias Windhorst
sagte, der Wahlkampf laufe "sehr sachlich"
ab. Das CSU-Programm "nötigt auch
dem politischen Gegner Respekt ab" sagte
Windhorst mit Blick auf Bürgermeister Horst
Krebes, der eine Podiumsdiskussion mit Windhorst
abgelehnt habe.
-rob
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